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Tag 5: Minimalismus im Kleiderschrank – mit 24 Kleidungsstücken durch den (Büro)- Alltag

Lieber Ralf,

vielen Dank für die Übergabe des Staffelstabs. Mein Name ist Katrin Ziewers und seit Oktober 2015 arbeite ich als Klimaschutzmanagerin für den Landkreis Bayreuth. Auch privat versuche ich natürlich meinen CO2 Ausstoß zu verringern und probiere sehr gerne alle möglichen Dinge (u.A. vegane Rezepte, plastikfreie Kosmetikprodukte) hierzu aus – auch wenn mein Mann und meine Familie mich oft verständnislos ansehen, bleibe ich dran 😉  Auch ich habe meine persönliche CO2 Bilanz erstellt:

Genau wie meine Vorgänger*innen liege ich zwar unter dem deutschen Durchschnitt aber übersteige mit 6,31 Tonnen CO2 Ausstoß/Jahr leider immer noch die klimaverträgliche Menge von einer Tonne. Besonders im Bereich Mobilität kann ich mich verbessern: da ich wöchentlich 600km zwischen meinem Arbeits- und Wohnort pendle (immerhin mit dem Zug), ist hier mein größtes Einsparpotenzial.

Zunächst habe ich mich jedoch mit meinem Konsumverhalten, besonders im Bereich Kleidung, beschäftigt.

Wer kennt es nicht? Ein ganzer Schrank voller Kleidung und trotzdem stellt man sich jeden Morgen dieselbe Frage: Was soll ich nur anziehen?

Auf www.utopia.de habe ich kürzlich einen interessanten Artikel zum Thema „Der minimalistische Kleiderschrank“ gelesen. Dort wird behauptet, dass 24 Kleidungsstücke völlig ausreichend seien, um damit 19 verschiedene Outfits zu kreieren ….gerüstet für jeden Anlass und jede Jahreszeit. Dieser Trend wurde vor rund zwei Jahren in New York kreiert, „Stars“ wie Mark Zuckerberg, Steve Jobs und Marge Simpson leben ihn ähnlich bereits im Alltag.

Und tatsächlich, eine kurze Internet Recherche nach Mark Zuckerberg ergibt Folgendes: einfarbig graue T-Shirts scheinen so etwas wie sein Markenzeichen zu sein…

Und auch Steve Jobs sah man häufig in schwarzen Rollkragen Pullovern.

Bei beiden hat es wohl hauptsächlich nur für 2-3 unterschiedliche Outfits gereicht – mir wäre das ja nun wirklich zu wenig Auswahl aber für beide scheint es zu funktionieren 😉

Und hey, auch die Zeiten von riesigen Kleiderschränken wären ja damit vorbei (nie wieder einen Schrank bei einem großen schwedischem Möbelhaus zu planen und dann auch noch aufzubauen..das klingt doch gut, oder nicht?). Stattdessen könnte man den gewonnenen Platz für eine Leseecke oder einfach mal „Nichts“ nutzen- das spart immer noch die meisten Ressourcen 😉 Ein Versuch ist es wert, und so habe ich mal meinen eigenen Kleiderschrank unter die Lupe genommen:

Ohje, ich muss zugeben, dass neben einigen wenigen Kleidungsstücken, die ich schon seit Jahren gerne trage, es auch das eine oder andere Teil gibt, welches „ bestimmt mal wieder modern wird“ oder „nächsten Sommer aber bestimmt besser sitzt“ oder einfach „zu schade zum Wegwerfen ist“ oder man „zum Streichen, Garteln, Karneval anziehen kann“.  Also auf geht’s: bevor ich jetzt losziehe und mir 24 neue aber ökologisch produzierte Kleidungsstücke zulege (wie sie im utopia Artikel empfohlen werden), miste ich erst einmal meinen Kleiderschrank aus und überprüfe, welche der empfohlenen Kleidungsstücke sich schon in meinem Schrank befinden bzw. was sich überhaupt so alles in meinem Kleiderschrank versteckt.

Das Ergebnis: 2 Umzugkartons, eine riesige Ikea Tüte, ein Paket und ein weiterer Korb voller Kleidung…und das ohne meine Sommer- /Urlaubskleidung, die noch in Bettkästen lagert und diverse Winter-, Übergangs-, Sommer- und Wanderjacken. Ich bin schockiert, was ich in den letzten Jahren so angesammelt habe!

Laut meiner CO2 Bilanz verursacht mein Konsumverhalten 1,39 Tonnen CO2 Emissionen. Das ist im Vergleich zum deutschen Durchschnitt von 4,42 Tonnen immer noch wenig, trotzdem übersteigt dieser Bereich meines Lebens schon das klimaverträgliche CO2 Jahresbudget von einer Tonne. Au weia! Deshalb habe ich mir für den Bereich Konsum Folgendes vorgenommen:

Im Utopia Artikel werden folgende Kleidungsstücke empfohlen:

Für andere Lebensbereiche benötige ich aber noch weitere Schuhe: hinzukommen Flip-Flops für den See/Schwimmbad, Joggingschuhe, Hallensportschuhe, Bergstiefel zum Wandern, Gummistiefel, ein Paar Pumps.

Ich habe diesen ambitionierten Selbstversuch gewagt, und meinen gesamten Kleiderschrank bis auf die oben genannten Stücke aussortiert (und erst einmal alles andere in Kisten bzw. Koffern verstaut). Während der Fastenzeit wird sich dann zeigen, ob ich damit im Alltag klarkomme oder ob und welche Kleidungsstücke ich zusätzlich benötige/glaube zu benötigen. So sieht mein Schrank nach dieser Aussortier-Aktion (die übrigens 3 Stunden gedauert hat) aus – gewissenhaften Lesern fällt natürlich auf, dass hier nur 15 Kleidungsstücke zu sehen sind, auch eine Klimaschutzmanagerin muss natürlich einmal waschen 😉

Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass ich bis hierhin wirklich konsequent war, und nur behalten habe, was in besagtem Artikel empfohlen wird. Und ich muss zugeben: es fühlt sich toll an! Der Schrank ist

Hier geht’s dann zum erwähnten Artikel: https://utopia.de/ratgeber/der-minimalistische-kleiderschrank/

Übergabe des Staffelstabes:
Für morgen, 6.3.2017 nominiere ich:

Dr. Susanne Stangl, Projektkoordinatorin des Landkreises Tirschenreuth

Liebe Susanne, ich freue mich schon, über deine Fastenvorsätze zu lesen.

 

 

Bildrechte: Susanne Stangl, Katrin Ziewers

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