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Challenge 9: Verflickt und zugenäht!

Ein Tag wie jeder andere: Meine Jeans hängt in der Fahrradkette, ein Ärmel ist durchgewetzt und die Motten haben sich am Lieblingspulli gütlich getan. Und in der Jeans meines Achtjährigen prangt ein neues Riesen-Rutschloch. Nicht so schlimm, heutzutage gibt’s ja alles für ein paar Euro nachzukaufen, im Zeitalter der Fast Fashion. Wenn da nicht das leidige Thema Konsum und Klima wäre…

Challenge 9: Verflickt und zugenäht – heute etwas stopfen, flicken oder nähen.

Heutiges Arbeitsmaterial…

Was soll stopfen mit dem Klima zu tun haben???

Wir Deutschen kaufen gerne Klamotten. Immer mehr und immer schneller, wegen der rasanten Entwicklung der neuen Trends. Wir haben noch nie so viel Kleidung besessen wie heute. Laut statistischem Bundesamt geben wir vier Prozent unseres Geldes dafür aus, im Schnitt kaufen wir fünf Kleidungsstücke pro Monat, also 60 Kleidungsstücke pro Jahr und Person (Quelle: Greenpeace). Das sind zehn Kilogramm. Unsere Kleidung braucht Energie für Rohstoffanbau, Produktion, Transport, Gebrauch und letztendlich Entsorgung. Wieviel Energie hängt von vielen Faktoren ab:

Circa 90 Prozent der in Deutschland gekauften Bekleidung stammt aus dem Import, zum größten Teil aus China, Bangladesch und der Türkei

Fazit: Der beste Konsum ist kein Konsum, lieber mal die Kleidung flicken. C’est très shabby-chic!

(Und wenn es doch mal sein muss, am besten Kleidung mit verlässlichen Öko/Fair-Siegeln wie GOTS kaufen…)

Wieviel CO2 kann eingespart werden?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn, anders als beim T-Shirt selber, würde man sich in der Transportkette ein Feature wünschen: Transparenz. Dennoch hat die Systain Consulting GmbH mit der Otto-Gruppe und unterstützt von Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt und des Öko-Institut die CO2-Bilanzierung von einem Baumwolle-Longshirt erstellt:

Der Lebenszyklus z.B. eines Longshirts bewirkt Treibhausgasemissionen von rund elf Kilogramm CO2-Äquivalenten. Davon entfallen ca. sieben Kilogramm auf die Produktionskette bis zum Ladentisch.

Hochgerechnet auf die durchschnittlichen zehn Kilogramm neue Kleidung pro Person wären das knapp 330 kg CO2 pro Jahr, in etwa so viel wie 2200 km Autofahren (Annahme 6 Liter Benzin pro 100 km).

Wenn alle Menschen in Deutschland ihren Kleidungskonsum um die Hälfte reduzierten, wären wir also bei ca. 13 Mio t CO2-Einsparung. Das Auto von oben könnte damit übrigens schon über 150 Milliarden Kilometer zurücklegen…

Mehr Infos gefällig?

Autorin: Gesa Thomas

Bildquelle: Statista, Gesa Thomas

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