Let’s go MehrwegLiebe Lena, vielen Dank für die Übergabe. Ich bewundere deinen Vorsatz, die Fastenzeit u.a. möglichst plastikfrei durchzustehen und bin gespannt auf deine Erfahrungen.
Ich wohne in einem Ortsteil von Creußen im Landkreis Bayreuth, habe also ganz andere Ausgangsbedingungen als mein Kollege Bernd Rothammel, gerade was das Thema Mobilität betrifft.
Wie mein/e Vorgänger/in habe meine persönliche CO2-Bilanz erstellt. Nach der Berechnung komme ich auf ca. 6,95 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr – wie meine/r Vorgänger/in liege ich damit unter dem Bundesdurchschnitt. Doch auch ich bin weit vom 1-Tonnen-Ziel entfernt und habe noch Optimierungsbedarf. Also schaue ich mir die einzelnen Bereiche mal genauer an:
Positiv fällt die Kategorie Heizung aus. Hier haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und unser Haus komplett energetisch saniert bzw. sind kurz vor Abschluss der Arbeiten. Wenn die Kellerdecke noch gedämmt ist, sollte hier noch eine weitere Verbesserung zu sehen sein.
Bezüglich der Energieeinsparungen und dem Wohnkomfort kann ich eine energetische Sanierung jedem nur empfehlen! Allerdings ist es auch ein forderndes Projekt, zumindest – wenn man wie mein Freund und ich – bereits im Haus wohnt und viel Eigenleistung einbringt.
Auch beim Strom sieht es gut aus, denn unseren Strombedarf vom eigenen Dach decken wir teilweise durch Solarstrom vom Dach und wenn dieser nicht reicht durch Ökostrom.
Besonders negativ sticht mein CO2-Austoß im Bereich der Mobilität hervor. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: da ich auf dem Land wohne, habe ich einen täglichen Arbeitsweg von ca. 30 Kilometern, den ich aktuell mit dem Auto (Baujahr 1996) zurücklege. Dazu kommen noch weitere Fahrten in der Freizeit sowie der Urlaub. Da in diesem Bereich die größte Stellschraube meines CO2-Verbrauchs liegt, möchte ich die Fastenzeit nutzen, mögliche Alternativen auszutesten. Dies kommt mir ganz gelegen, da im Herbst der TÜV ansteht und ich mich dann ggf. nach einem neuen Auto umsehen müsste. Im Idealfall führt mein Versuch zu dem Ergebnis: auf den Autokauf kann ich verzichten, uns reicht ein Auto zu zweit. Ich bin jedoch skeptisch…
Der Bereich Ernährung ist besser als beim Durchschnittsdeutschen, denn vegetarische Ernährung ist für mich seit über 15 Jahren selbstverständlich. Meine wirklich einzige Ausnahme: ich esse Kloß mit Soß´. Bevorzugt zwar auch vegetarisch, aber wenn es mal keine andere Möglichkeit gibt, drücke ich hier ein Auge zu. Dennoch gibt es auch hier noch viel Verbesserungspotenzial.
Inspiriert durch eine Freundin, die sich vegan ernährt und der ich bei Geburtstagen und anderen Gelegenheiten natürlich auch etwas Leckeres zum Essen anbieten will, versuche ich seit einiger Zeit auch gelegentlich Milchprodukte und Eier durch vegane Varianten zu ersetzen. Hier gibt es sicherlich noch Optimierungsmöglichkeiten, ob ich es jedoch schaffe, ganz auf vegane Kost umzusteigen, weiß ich nicht, denn Käse esse ich schon sehr gerne. Einen Vorteil habe ich jedoch: durch meine Laktose-Intoleranz bin ich schon sensibilisiert, wo überall Milchbestandteile enthalten sein können (z.B. Chips, Laugengebäck o.ä.), wo man sie erstmal gar nicht vermutet.
Auch beim Obst- und Gemüseeinkauf werde ich in der Fastenzeit versuchen, nur regionales (und damit i.d.R. auch saisonales) und unverpacktes Obst und Gemüse zu kaufen. Ich bin gespannt, wie gut sich das auf dem Land umsetzen lässt, ohne zusätzliche Autofahrten in Kauf nehmen zu müssen. Zum Glück gibt es in Creußen aber einen Supermarkt mit regionalem Angebot und alle zwei Wochen findet ein kleiner Bauernmarkt statt, dort komme ich ohne Probleme mit dem Rad hin.
Thema sonstiger Konsum – hier schaut es auch ganz gut aus (ohne Ausgaben für die energetische Sanierung). Dennoch möchte ich auch in diesem Bereich gerne noch neue Möglichkeiten austesten. Da ich bisher und auch zukünftig noch für einige Stunden für die Öffentlichkeitsarbeit in der Abfallwirtschaft des Landkreises Bayreuth – zusammen mit einer Kollegin – zuständig bin, möchte ich in den kommenden Wochen auch Abfall fasten. Dies möchte ich zum einen über den oben erwähnten Einkauf von unverpackten Lebensmitteln, aber auch die Integration von neuen Mehrweg-Ideen in meinem Alltag erreichen. Zu letzterem bin ich noch auf der Suche nach Ideen, da ich alltägliche Dinge (z.B. Getränkeflasche, Stoffbeutel, Brotzeitbox) bereits in der Mehrweg-Variante nutze. Zum Start ersetze ich die Küchenrolle gegen Geschirrtücher, die genauso zum Aufwischen von Flüssigkeiten taugen. Falls ihr noch Ideen habt – immer her damit!
Damit gebe ich den Staffelstab weiter an Ralf Mützel aus Neumarkt i. d. Oberpfalz.
Lieber Ralf, was für Ideen zum CO2-Fasten hast du dir überlegt?
Meine persönlichen Tipps für weitere Infos:
Ideenportal für einfaches und nachhaltiges Leben, auf dem zu verschiedenen Kategorien interessante Tipps und Tricks zu finden sind.
www.letsgomehrweg.de / www.facebook.com/letsgomehrweg
www.regional-saisonal.de/saisonkalender
Übersichtlicher Saisonkalender für Obst, Gemüse und Salat, in dem auch die Verfügbarkeit von eingelagerten Produkten angezeigt wird. Zusätzlich gibt es auf der Homepage auch noch Rezeptideen, diese habe ich allerdings bisher noch nicht getestet.
Leckere vegane Backrezepte gibt es von Tine. Ich habe schon einiges probiert, bisher hat alles super geschmeckt.
Fotos:
Sabine Rüskamp, Screenshots des CO2-Rechners des Umweltbundesamtes und des Logos von Let’s go Mehrweg

