
Um mein Umfeld nicht zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen, habe ich mich also nicht für Warmwasserfasten entschieden, sondern mir das Thema “regionale Ernährung” für diese Fastenstaffel ausgesucht. Regionalität steht für weniger Treibhausgasemissionen durch Transport und die Stärkung der lokalen Landwirtschaft. Ich faste sozusagen „globalen Handel“ und versuche 40 Tage lang ausschließlich aus Zutaten zu kochen, die hier in der Region produziert werden.
Als Auftakt für mein Fastenvorhaben habe ich gleich mal zum “Regionalen Abendessen” eingeladen. Meinen Freunden bleibt das gelegentliche Mitfasten also doch nicht erspart. Was ich kochen werde, wusste ich bei der Einladung noch nicht und meine Gäste haben sicherlich vorsichtshalber schon mal die Nummer vom Pizzaservice rausgesucht.
Der Wochenmarkt scheint mir die richtige Inspirationsquelle für mein Vorhaben zu sein. Vorbildlich den Jutebeutel eingesteckt und los geht’s. Aus Neugier schaue ich vorher beim Discounter vorbei. Auch hier gibt es eine kleine Auswahl an Gemüse aus Franken. Jedoch erschließt sich mir nicht, warum eine Karotte aus dem Knoblauchsland in Plastik verpackt nach Nürnberg reisen muss, während es einem „nackten“ Zucchino gelingt, unbeschadet aus Andalusien bis hier her zu kommen. Dafür finde ich im Supermarkt fränkischen Weißwein und Mehl aus Süddeutschland (ich zähle das heute mal zur Region).
Zuhause kommt als erstes der Weißwein in die fränkische Kälte auf den Balkon und ich mache mich ans Kochen. Der Blick ins Gewürzregal lässt mich an meinem Vorhaben zweifeln, mir leuchtet Curry, Kurkuma und Kardamom entgegen. Ich atme erst auf, als ich das gelbe Bad Reichenhaller Salzfässchen erblicke. Petersilie wächst auf der Küchenfensterbank und Pfeffer, hm, wo war das nochmal wo der Pfeffer wächst? Nach der Redensart zu schließen, ziemlich weit weg.
Selleriesuppe mit Ziegenfrischkäse schmeckt auf jeden Fall schon mal gut. Zum Fastenmotto passend, soll es als Hauptspeise Maultaschen geben. Der Legende nach wurden diese feinen gefüllten Teigtaschen im Kloster Maulbronn zur Fastenzeit erfunden, um das Fleisch vor Gott zu verstecken. Ganz schön ausgefuchst diese schwäbischen Mönche…
Alles in allem: ein gelungener Abend! Jetzt wird es spannend, wie sich die regionale Ernährung auch im Alltag umsetzen lässt…
Meine Empfehlungen für mehr Regionalität in der Küche:
Lisa Pfleger: Vegan, regional, saisonal: Einfache Rezepte für jeden Tag.
Marianne J. Voelk: Franken vegetarisch – Das Knoblauchsland-Kochbuch.
(Da wir gerade schon bei der Regionalität sind – loggen wir uns doch heute mal aus dem Onlinebücherversand aus, unternehmen einen kleinen Spaziergang und statten dem Buchhändler unseres Vertrauens mal wieder einen Besuch ab. Sie werden sehen, es lohnt sich.)
Einkaufshilfe für’s Smartphone:
Solidarische Landwirtschaft in der Region:
Übergabe des Staffelstabes:
Liebe Lisa, ich bin gespannt auf Deinen Bericht!

