Herzlichen Dank für die Staffel-Übergabe, Tina Aldinger! Ich freue mich, dass ich mich auch als Nicht-Klimaschutzmanager an dieser tollen Aktion beteiligen kann!
Mein Name ist Simon Reichenwallner und ich bin seit 2013 Netzwerkmanager der ENERGIEregion Nürnberg e.V., der Kompetenzinitiative für Energie & Umwelt in der Metropolregion Nürnberg. In unserem Netzwerk arbeiten Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbände, Kammern und Kommunen an einer klimaschonenden Energieversorgung und Energienutzung in der Metropolregion Nürnberg. Als ich von der CO2-Fasten-Staffel erfahren habe, war mir sofort klar: da will ich mitmachen! Denn es ist eine Sache, sich täglich in der Arbeit mit Klimaschutz- und Energiethemen zu beschäftigen … aber eine ganz andere, auch selbst etwas zu ändern! So habe ich mich dafür entschieden, während der Fastenzeit auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Hier ein kleiner Einblick zu meinen Erfahrungen, bevor ich auf mein eigentliches Anliegen zurück komme:
Am ersten Fastentag gehe ich, wie jeden Morgen vor der Bahnfahrt von Erlangen nach Nürnberg, zum Bäcker und kaufe mir zum Frühstück eine Käsestange. Als ich im Zug sitze und genüsslich hinein beißen will, fällt mir vor Schreck die Kinnlade herunter. In alter Gewohnheit und ohne darüber nachzudenken, habe ich eine Käse-Schinken-Stange gekauft… am Ende hab ich sie dann doch gegessen, weil wegwerfen keine Alternative ist 😉
Weiter geht es Mittags in der Kantine: hier gibt es standardmäßig 2 Fleischgerichte und ein mehr oder weniger ansehnliches vegetarisches Gericht, welches man in den meisten Fällen lieber meidet, da es oft ein nicht identifizierbarer Brei ist. Normalerweise würde ich jetzt automatisch zum Fleischgericht umschwenken, aber Disziplin muss sein! Am Ende schmeckt der Brei dann doch ganz gut und in den nächsten Tagen schau ich mir die Fleischgerichte erst gar nicht mehr an. Jetzt verstehe ich den täglichen Kampf meiner Vegetarier-Kollegen, die manchmal nur mit einem Salatteller auskommen müssen. Sensibilität für eine nachhaltige Ernährung und Klimaschutz seitens Kantinenbetreibern sieht anders aus!
Von diesen kleinen Problemen des fleischlosen Alltags nun aber zu einer weitaus größeren Herausforderung:
Meiner Ansicht nach ist das größte Problem unserer Gesellschaft bzw. Wirtschaft, dass sie auf ständiges Wachstum ausgelegt ist. Weniger Produktion bzw. Konsum ist negativ behaftet und damit nicht erstrebenswert. Sollte sich diese Denk- und Handlungsprämisse in den nächsten Jahrzehnten nicht radikal ändern, werden wir sowohl in Hinsicht auf den Klimawandel, als auch hinsichtlich anderer Umwelt- und sozialer Belange unser blaues Wunder erleben! Der jährliche Earth-Overshoot-Day ist hierfür ein “schön” anschauliches und eindringliches Alarmzeichen.
Quelle: http://www.bundjugend.de
Zwar bemüht sich unsere Wirtschaft zumindest in Teilen mit Effizienzsteigerung und durch die Nutzung erneuerbarer Energien oder recyclingfähiger Materialien die Produktion etwas nachhaltiger zu gestalten, aber von der Hauptstellschraube “Suffizienz” (d.h. weniger Produktion) lässt man tunlichst die Finger.
Das muss sich ändern! Und wir Verbraucher haben hierbei das Zepter und damit auch die Verantwortung in der Hand! Es ist an der Zeit unsere alten Gewohnheiten gegen neue, zukunftsfähigere auszutauschen und dadurch u.a. dem Klimawandel effektiv entgegenzuwirken!
Für mich persönlich sehe ich die CO2-Fasten-Staffel als Anschub, auch andere Gewohnheiten unter die Lupe zu nehmen und langfristig zu ändern.
Wer mehr zum Thema Suffizienz erfahren möchte, dem kann ich z.B. folgende Links empfehlen:
http://www.kayakinkel.de/?p=226
Suffizienz als politische Praxis
Suffizienz – Die Konsumgesellschaft in der ökologischen Krise
Und damit geht der Staffel-Stab weiter an Dominik Mages vom Landkreis Fürth!
