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Tag 21 “Kleinvieh macht auch Mist”

Danke für den Staffelstab, liebe Susanne Stangl.

Hallo zusammen,

ich heiße Karin Diedrich und bin seit 1986 bei der Stadt Fürth als Umweltschutzplanerin beschäftigt. Seit ca. zehn Jahren befasse ich mich (auch) mit Klimaschutz.

Ernährung

Ich wollte mich bereits vegetarisch ernähren, als ich dieses Wort noch gar nicht kannte und mit Klimaschutz hatte das damals auch nichts zu tun. Ich vermute mal, dass dieser Begriff noch nicht existierte. Als ich sechzehn war, habe ich mich schon für ökologische Themen interessiert und mich auch schon hinsichtlich meiner Berufswahl dementsprechend vorentschieden. Seitdem bemühe ich mich, mich möglichst in allen Bereichen umweltbewusst zu verhalten. Und glaubt mir, es gibt immer etwas zu verbessern. Schwer tue ich mich persönlich aber mittlerweile mit Vorsätzen, die nur zu bestimmten Anlässen getroffen werden, z. B. zu Neujahr oder auch zur Fastenzeit. Wenn ich etwas für mich ändern will, probiere ich etwas Neues aus. Wenn ich es nach eingehender Prüfung für gut befinde, bleibe ich dabei, wenn nicht, verwerfe ich es wieder. Egal zu welcher Jahreszeit. Und was ich noch betonen möchte: Das alles gilt nur für mich selbst, nicht für andere Menschen, auch nicht für die, die mir besonders nahe stehen.

Was den Blog betrifft: „Mitgefangen, mitgehangen.“ Daher werde ich meine persönlichen Bemühungen in allen Bereichen nochmals verstärken. Nachdem schon sehr viel zu einzelnen Bereichen geschrieben wurde, möchte ich noch ein Paar allgemeine Tipps geben, die von jeder oder jedem genutzt werden können, getreu dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist!“:

Jetzt kommt mein Beitrag zum Thema Ernährung: Es ist ja bereits sehr viel darüber geschrieben worden: Vegetarisch, vegan, saisonal, regional, „biodramatisch“ und so weiter und so fort. Mein Tipp an Bernd bezüglich veganer Pfannkuchen Rezepte ist schon veraltet. Nur ganz am Rande, nachdem ich vom „Brezen-Skandal“ gelesen habe: Fruchtsäfte, nicht bayrisches, vor allem auch ausländisches Bier und Wein werden teilweise unter Verwendung tierischer Produkte (z. B. Gelatine, Hausenblase (getrocknete Fischblasen)) geklärt, d. h. sie sind streng genommen nicht vegetarisch oder vegan. Dies muss auch in der Regel nicht deklariert werden, da in einem zweiten Schritt die verwendeten Stoffe (weitestgehend) wieder abgetrennt werden. Auch der Begriff „Bio“ hilft hier nicht weiter. Eher ein Vegan-Siegel. Achtet mal darauf. Vielleicht hat sich ja auch schon mal jemand von euch über ein Vegan-Siegel auf einer Weinflasche gewundert.

Ach ja, da fällt mir ein: Käse ist auch nicht immer vegetarisch, da er oft mit Lab, das aus Kälbermägen gewonnen wird, hergestellt wurde. Für die Gewinnung müssen die Tiere, i. d. Regel sehr junge Kälber, vorher geschlachtet werden. Es gibt aber auch mikrobiell oder biotechnologisch erzeugte Labaustauschstoffe. Kann man ebenfalls darauf achten, vor allem in Bio-Märkten.

An Hidir: Natürlich gibt es auch Käseersatz. Kann man ja auch mal probieren, muss man vielleicht aber auch nicht. Oder man ist kompromissbereit und schränkt den Käsekonsum nur ein und/oder steigt auf Frischkäse und Weichkäse um, für deren Herstellung weniger Milch benötigt wird als für Hartkäse. Und Butter kann man ja prima durch Margarine ersetzen. Ich habe eine Sorte gefunden, die mir gut schmeckt.

Aber auch wenn ich meinen persönlichen Konsum an Eiern und Milchprodukten weiter einschränke, eine rein vegane Ernährung für immer ist, bisher jedenfalls, nichts für mich. Für eine ausgewogene Ernährung muss man dann doch ziemlich aufpassen. Als Stichworte nenne ich mal essentielle Aminosäuren und B-Vitamine, insbesondere B12.

Ansonsten rate ich auch mal zum übertragenen Pareto-Prinzip, nachdem mit 20 % des Aufwandes   80 % des Gesamtergebnisses erzielt werden können und damit die verbleibenden restlichen 20 % des Gesamtergebnisses 80% Aufwand erfordern.

Nachdem bereits oft über Einschränkungen, Verzicht und schlechtes Gewissen geschrieben wurde, möchte ich abschließend noch ein paar Tipps zum Thema Kochen geben, die Energie (CO₂), Geld und Zeit sparen und für die meisten leicht anwendbar sind, sofern Sie überhaupt kochen:

Selbstverständlich müssen diese Lebensmittel in der Zwischenzeit noch gekühlt werden, trotzdem ist die Ökobilanz bei dieser Vorgehensweise besser (behaupte ich mal so, könnte es aber vermutlich auch berechnen!).

Viele Gemüsesorten kann man ja auch mal roh probieren, z. B. rohe Champignons als Salat. Abschließend noch eine Frage: Kennt jemand von euch einen Backofen mit Garraumteiler. Ich habe einen solchen, er ist aber nicht mehr der Jüngste und muss irgendwann ersetzt werden. Er besitzt einen Einschub mit Heizstäben darin, der den Backofen um ca. 2 / 5 verkleinert. Ich nehme ihn nur zum Saubermachen heraus, ansonsten reichen die mir die drei vorhandenen Einschubleisten aus.
Zum guten Schluss noch ein paar Bemerkungen zur CO₂-Bilanz. Sie benachteiligt meiner Ansicht nach Menschen, die sich häufig zu Hause aufhalten:
Wenn man im Winter zu Hause ist, muss mehr geheizt werden. Ist man nicht zu Hause, kann die Heizung in der Wohnung niedriger gestellt werden, aber da, wo man sich aufhält, z. B. am Arbeitsplatz, wird ja auch geheizt, fällt aber bilanzmäßig nicht ins Gewicht.

Wenn man als Familie, nur mal angenommen sechsmal pro Woche kocht, braucht man Energie für den Herd, verwendet vielleicht Tiefkühlprodukte. Wenn man aber vollzeitbeschäftigt fünfmal die Woche in der Kantine isst und vielleicht einmal am Wochenende zum Essen geht, fallen die Emissionen nur über den finanziellen Mehraufwand in der Rubrik Konsum an. Und die Erbsen, die es ab und an in der Kantine gibt, und die garantiert z. B. im Februar nicht frisch vom Feld kommen, gibt man die dann als Tiefkühlprodukt an ???

Oder man frühstückt zu Hause mit Kaffee und Tee, dann schneidet man vielleicht bilanzmäßig schlechter ab, wie jemand der sich immer einen „Coffee–to-go“ vom Bäcker holt. Natürlich ist eine CO₂-Bilanz trotzdem sinnvoll, vor allem wenn sie zum Nachdenken anregt. Ich denke ich werde mich demnächst von einem alten (älter als zehn Jahre) Kühlgerät trennen, weil es zwar noch funktionsfähig ist, aber der Stromverbrauch einfach zu hoch ist. Dies habe ich durch Messen des Energieverbrauchs eigenhändig festgestellt. Ach ja ein Hinweis auf weitere Informationen: Passt sowohl zum Thema Ernährung, als auch zu anderen Themen, die Stiftung Warentest: https://www.test.de/.

Damit übergebe ich den Staffelstab an Dominik Bigge aus dem Landkreis Forchheim.

 

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