Energiesparen und Wohnen

Heizenergie sparen bedeutet CO2 sparen – wie das geht zeigt Landrat Tritthart

Liebe CO2-Fastende, liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat 2012 beschlossen, seine CO2-Emissionen gegenüber 2010 bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren. Als Landrat einer wirtschaftsstarken Region weiß ich, wie schwer dieses Ziel umzusetzen ist und versuche daher, auch in meinem Eigenheim energiesparsam zu leben. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, mit welchen Kleinigkeiten sich der Betrieb einer Heizung überprüfen und optimieren lässt bzw. wann ein Besuch des Energieberaters sinnvoll ist. Viel Spaß beim Heizungscheck wünscht Ihnen Landrat Alexander Tritthart!

Konsum und Mobilität verursachen beim Durchschnittsbürger die meisten CO2-Emissionen. Auch der Heizwärmeverbrauch trägt viel dazu bei.

Fußabdruck

Hier ist zu berücksichtigen, dass dieser Anteil mit zunehmender Wohnfläche steigt, d.h. im eigenen Haus normalerweise höher als in der kleinen Mietswohnung ist. Entscheidend ist auch der Zustand der Gebäudehülle. Ein Neubau oder gut sanierter Altbau weist einen deutlich geringeren Heizwärmebedarf auf. Im Durchschnittshaus braucht die Heizung mit Abstand die meiste Energie.

Energieverbrauch Privathaus

Damit die Heizung den eingesetzten Brennstoff oder Energieträger effizient in nutzbare Wärme umwandelt, muss das Heizsystem optimal eingestellt werden – vom Kessel über die Verteilung bis hin zum Heizkörper.

Temperatur um ein Grad reduzieren spart sechs Prozent Energie

  • Richtig heizen heißt: Bewusster heizen und die richtige Temperatur für jeden Raum
  • Nachts Heizenergie bewahren – Rollläden herunterlassen
  • Stoßlüften statt Dauerkippen
  • Wand hinter der Heizung dämmen
  • Fenster und Türen dicht halten
  • Heizkörper nicht verdecken und sauber halten
  • Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung
  • Heizung früher abdrehen

Quelle: https://utopia.de/ratgeber/richtig-heizen-energiesparen/

Der Heizungscheck zeigt Ihnen mögliche Einsparpotenziale Ihrer Heizung

Heizungscheck

Ein professioneller Heizungscheck kann die Schwachstellen ihrer Heizung aufdecken. Ob ein solcher für Sie sinnvoll ist, können Sie selbst anhand weniger Kontrollen schnell herausfinden. Zudem lassen sich einige Kleinigkeiten auch selbst beheben.

Rohrleitungsdämmung vorhanden?

Vor allem wenn sich der Kessel in einem kalten oder unbeheizten Bereich befindet, beispielsweise wenn die unterste Geschossdecke gedämmt wurde, ist es wichtig die Rohrleitungen zu dämmen, damit die Wärme auch nur im beheizten Gebäudebereich abgegeben wird.

Fehlende Heizleistung der Heizkörper

Werden die Heizkörper trotz voll aufgedrehter Ventile nicht richtig warm, kann sich Luft im Heizwasserkreislauf befinden. Häufig gluckert oder pfeift die Heizung dann. Oft hilft es die Heizung zu entlüften. Mit einem entsprechenden Schlüssel können Sie die Entlüftungsschraube öffnen. Ist die Luft entwichen, strömt das Heizwasser heraus und die Schraube ist schnellst möglich wieder zu schließen.

LR Heizung entlüften

Wasserdruck des Heizsystems überprüfen (vor allem nach dem Entlüften)

Wenn Heizkörper, die weiter vom Heizkessel entfernter sind (häufig im Obergeschoss), nicht oder nur lauwarm werden, kann das am fehlenden Wasserdruck im Heizkreislauf liegen. Dies kommt z.B. dann vor, wenn sich Luft im Heizkreislauf befand (siehe oben) oder zu viel Wasser beim Entlüften mit ausgeströmt ist. Einen zu geringen Druck erkennen Sie am Manometer, das sich in der Nähe vom Ausdehnungsgefäß befindet. Füllen Sie Heizwasser nach bis der Druck wieder im Normbereich (grüner Bereich) liegt.

Manometer

Ohne hydraulischen Abgleich kann das Heizsystem nicht optimal arbeiten

Ob sich die Wärme gleichmäßig im Heizkreis verteilt, lässt sich während der Heizperiode einfach überprüfen. Wenn in allen Räumen dieselbe Temperatur am Thermostat eingestellt wird (i.d.R.: Stufe 3 = 20 °C), sollte es auch in allen Räumen gleich warm werden. Ist das System schlecht oder nicht abgeglichen, werden die Heizkörper, die nah am Kessel sind, meistens zu warm und die weiteren Heizkörper mit zunehmender Entfernung vom Kessel umso weniger. Da das Heizwasser (der Vorlauf) als Erstes oben in den Heizkörper fließt, wird dieser dort deutlich wärmer als im unteren Teil.

hydraulischer Abgleich

Um die Unterversorgung zu kompensieren werden häufig überdimensionierte, früher meist ungeregelte Pumpen installiert und die Vorlauftemperaturen des Heizkessels erhöht. Die Konsequenz: Erhöhter Strom- und Wärmebedarf trotz fehlendem Komfort. Häufig wird der alte Niedertemperaturkessel 1:1 gegen den Brennwertkessel ausgetauscht ohne das Heizsystem (Regelung und Verteilung) zu optimieren, sodass der Brennwert (ca. 10 % des Energieträgers) aufgrund zu hoher Systemtemperaturen nicht genutzt wird.

Heizungspumpentausch kann sich lohnen

Wenn das System abgeglichen wurde und die Pumpengröße deutlich reduziert werden kann, sinkt der Stromverbrauch durch eine hocheffiziente Umwälzpumpe enorm.

Kosten Umwälzpumpe

Die Pumpe finden Sie im Heizungskeller in der Heizungsverteilung hinter dem Kessel. Im Einfamilienhausbereich verfügen ungeregelte, entweder 1-stufig oder 3-stufig einstellbare Pumpen, über 40 bis 100 Watt Anschlussleistung (auf dem Typenschild zu finden. Hocheffizienzpumpen weisen meist eine Leistung bis 40 Watt auf und sind stufenlos geregelt.

Förderung durch den Bund

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Netto-investitionskosten eines hydraulischen Abgleichs oder einer neuen Umwälzpumpe inklusive der fachgerechten Installation bzw. Nebenarbeiten mit 30 Prozent.

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt auch einen Heizungs- oder Gebäudecheck, den ein zertifizierter Energieberater vor Ort durchführt. Für 20-40 Euro erhalten Sie eine zweistündige Beratung (inklusive Kurzbericht). Der VerbraucherService Bayern koordiniert die Beratung in Bayern.

Jetzt mit professioneller Unterstützung noch mehr CO2 „fasten“ / sparen?

Zum Heizungs- und Gebäudecheck sowie zur Heizungs-Detailberatung können Sie sich beim Klimaschutzbeauftragten des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Simon Rebitzer, unter 09131/803-380229 anmelden.

Quellen:

Ein Gedanke zu „Heizenergie sparen bedeutet CO2 sparen – wie das geht zeigt Landrat Tritthart“

  1. Hallo Herr Tritthart,
    ich finde toll, dass Sie als Landrat beim CO2-Sparen dabei sind und uns gute Tipps in Sachen Heizenergiesparen geben.
    Mittlerweile ist den meisten zwar vieles bekannt und trotzdem wird zuwenig getan, also immer wieder informieren und hinweisen, wo Stellschrauben sind, ist sehr wichtig – „steter Tropfen höhlt den Stein“.
    Einen Hinweis finde ich sehr wichtig: Mit zunehmender Wohnfläche steigt die Heizenergie, egal wie gut das Haus gedämmt und die Heizung optimiert wird. Und hier geht der Trend ganz eindeutig zur Übergröße. Wohnflächen von über 200 m2 sind nicht unüblich, was früher ein Zweifamilienhaus war, leistet sich heute ein Ehepaar oder eine Familie mit einem Kind. Weil das Haus groß und die Ausstattung edel ist, wird dann lieber auf das Extra an Energietechnik verzichtet. 🙁 Die meisten Menschen, die mit dem Geld haushalten müssen und deshalb eher auch ans Sparen bei der Energie denken, können sich heute kein Eigenheim leisten oder ganz weit draußen, was wiederum i.d.R. mehr Emissionen bei Mobilität hervorruft.
    Hier sollten die Landkreise mit ihren Kommunen Angebote schaffen, dass „Haushalte“ aller Größenordnungen und Altersstufen, die nicht unbegrenzt Kapital zur Verfügung haben, attraktiven Wohnraum in verdichteter Bauweise und mit guter Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr geboten bekommen.

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