Allgemein

Challenge 35: Mal richtigen Ökostrom einkaufen

Challenge 35: Nimm deinen Stromanbieter unter die Lupe und beziehe „richtigen“ Ökostrom

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Daher sollst du heute den eigenen (und auch andere) Stromanbieter bzw. Stromtarife mal genauer unter die Lupe nehmen. Denn auch wenn man es ihm nicht ansieht, ist die Erzeugung des Stroms nicht immer so ökologisch, wie es vielleicht den Anschein hat.

Ökostrom und Strommix
Wer hat in Verbindung mit dem Thema Ökostrom nicht schon mal vom „Ökostrom aus norwegischer Wasserkraft“ gehört? – klingt schön, nützt der Energiewende vor Ort jedoch nicht. Denn bisher wird kein Strom von Norwegen nach Deutschland geleitet, sondern es wird in Deutschland bspw. durch Kohlekraftwerke „schmutzig“ erzeugter Strom mit Hilfe „sauberer“ norwegische CO2-Zertifikate „gereinigt“. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass Norwegen aufgrund seines sehr großen Anteils an Wasserkraftwerken Verschmutzungszertifikate an deutsche Kohlekraftwerke verkauft und dadurch, jedoch nur auf dem Papier, Teile dieses Kohlestroms „grün“ gemacht werden.

Interessanter ist daher vielmehr der sogenannte Strommix in Deutschland, d.h. wie sich die Stromerzeugung in Deutschland zusammensetzt. Dieser Mix hatte 2020 immerhin einen Anteil von rund 50 % Erneuerbarer Energie, also Strom, der mit Ökoenergieanlagen innerhalb Deutschlands erzeugt wurde.

Strommix 2020: Stromerzeugung in Deutschland [Netto]
Infografik „Strommix 2020: Stromerzeugung in Deutschland [Netto]“ von STROM-REPORT.de

Viele Stromversorger bieten mittlerweile Ökostromtarife an. Doch lohnt es sich dabei genau hinzusehen. Einige unabhängige Anbieter beziehen ihren Strom ausschließlich aus durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geförderten und nicht geförderten Ökostrom-Anlagen. Denn teilweise kann Ökostrom mittlerweile so günstig produziert werden, dass keine staatliche EEG-Förderung mehr notwendig ist. Zudem fallen ab diesem Jahr nach und nach alte Anlagen aus ihrer 20-jährigen Förderung heraus. Dies Anlagen können aber oft noch weiterhin günstigen und sauberen Ökostrom produzieren. Stadt- oder Regionalwerke bieten häufig auch Tarife mit regionalem Bezug an, d.h. dass ein Teil des lokalen Strommixes auch aus Anlagen aus der Region stammt und somit bereits ökologischer als der bundesweite Strommix sein kann.

Labels und Zertifikate
Hilfreich bei der Orientierung können bestimmte Gütesiegel wie das Grüner-Strom-Label oder das OK Power Siegel sein. Hier ist u.a. Bedingung, dass bestimmte Beträge in Ökostromkraftwerke investiert werden und keine Beteiligung an Kohle- oder Atomkraftwerken bestehen darf. Daneben gibt es noch weitere Siegel mit teils weniger strengen Kriterien, wie etwa die Siegel vom TÜV Nord bzw. Süd. Dabei muss aber berücksichtig werden, dass, auch aufgrund der Kosten für die Zertifizierung, nicht jeder Stromanbieter eine entsprechende Zertifizierung anstrebt. Es kann daher helfen, besonders bei regionalen Anbietern einen genaueren Blick auf den jeweiligen Strommix zu werfen. Denn wenn sich ein Anbieter ernsthaft engagiert, d.h. z.B. im Besitz von Solarparks oder an Windparks beteiligt ist, dann sollte er das auch z.B. auf seiner Website transparent erläutern.

Kosten
Zu guter Letzt stellt sich natürlich häufig die Frage nach den Kosten. Doch gerade hier ist festzustellen, das echter Ökostrom nicht teurer sein muss, besonders, wenn man sich in der Grundversorgung beim örtlichen Anbieter befindet – da lohnt der Wechsel meist gleich doppelt: Geld sparen und zugleich noch etwas für eine saubere Zukunft tun. Der Auftrag zum Wechsel dauert meist auch nur ein paar Minuten und ein durchschnittlicher Haushalt spart rund eine Tonne CO2 im Jahr.

Autor: Dominik Wiehl

Bildquellen:

Header: pixabay.com

Infographik: Strom Report

Ein Gedanke zu „Challenge 35: Mal richtigen Ökostrom einkaufen“

  1. Wir haben eine Photovoltaik auf unseren eigenen Haus!
    Wir speichern unseren eigenen Strom und kaufen und verkaufen Ökostrom von Bayernwerk!

Kommentare sind geschlossen.