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Leiter des Reparaturcafés „Mia machn alles midanand“, Joachim Lamm, ist beim CO2-Fasten mit dabei!

Joachim Lamm (rechts) überreicht ein kleines Geschenk an die Besucherin und an den Reparateur der 60. erfolgreichen Reparatur. (Foto: Joachim Lamm)

Hallo liebe Leser!

Das Reparatur-Café im Familienzentrum Mittendrin eröffnete seine Pforten zum ersten Mal am 28.10.2017 und es war von Anfang an ein voller Erfolg. Dies zeigt vor allem eines: Vieles gehört nicht zum alten Eisen und oftmals sind es tatsächlich nur Kleinigkeiten, die gebrochen, verschmutzt, abgelöst sind, um den einwandfreien Dienst zu versagen.

Besonders stolz bin ich auf zwei Dinge:

  1. Meine Helfermannschaft, die sich aktuell aus 6 Personen zusammensetzt: Ein Schreiner, ein Mechaniker und 2-Takt-Motoren-Spezialist, ein Auto-Stereoanlagen-Fachmann und Vespa-Fan, ein Nähmaschinenmechaniker und ein Medizintechniker/ Feinmechaniker/ Orthopädiemechaniker sowie die erste Frau im Team, welche als professionelle Disponentin mit strahlendem Lächeln die Ankommenden über den Ablauf informiert.
  2. Auf die Stadt Kemnath, die mir ermöglichte, meine Initiative hier zu eröffnen. Ich lernte in den vergangenen 12 Monaten viele Amtspersonen, Würdenträger, Organisatoren und Verantwortliche in einem direkten Kontakt kennen, wie ich es nicht erwartet hätte. Der glückliche Zustand, dass ich mit der Leiterin des Familienzentrums, Frau Jessika Wöhrl-Neuber sofort einen guten gemeinsamen Draht fand und mich auf die fachliche Organisation konzentrieren durfte, wo sie die Fäden der Kommunikation und strategischen Ausrichtung hielt, bildete ein Vertrauensverhältnis, welches ich bisher selten erlebt habe.

Beim CO2-Fasten mitzumachen, war für mich daher quasi selbstverständlich. Für mich bedeutet die erfolgreiche Einführung des Reparatur-Cafes vor allem das Gefühl, etwas der Stadt und den Menschen zurückzugeben, bei denen ich mich wohlfühle.

Der Schutz der Umwelt nimmt daher für mich einen hohen Wert ein, der im Alltag von uns allen immer wieder vernachlässigt wird. Mit der Teilnahme an der Fastenaktion kann ich mit Begeisterung Mitmenschen für mehr Bewusstsein zur Müllvermeidung, Konsumverhalten, Herkunft von Produkten, Werterhalt und Wertschätzung gewinnen, und damit ein klein wenig dazu beitragen, dass die Welt sauberer bleibt.

Persönlich verzichte ich bewusst auf Fleischkonsum, um damit Tierwohl und CO2-Verzicht gleichzeitig im Auge zu haben.

So erfüllen sich mit dem Reparatur-Café gleich mehrere Vorhaben:

Viele Gegenstände können wieder genutzt werden, wobei durch Aufklärung und Wartungshinweise die Verwendung deutlich verbessert wird. Damit wird nicht nur Geld gespart, sondern viele Geräte können noch Jahre den Dienst verrichten und müssen nicht auf den stetig wachsenden Müllberg. Mit der Beratung erkennt der Besucher, wie das Gerät funktioniert und worauf er bei der Handhabung oder einem Neukauf achten sollte – Herkunft, Reparierbarkeit, Wartbarkeit.

Am vergangenen Samstag, den 17.02.2018, waren die Pforten des Reparatur-Cafés  wieder von 14 – 16 Uhr offen, wie in der Regel jeden dritten Samstag im Monat.

Dabei mussten wir auf zwei wichtige Mithelfer krankheitsbedingt verzichten, aber unsere Daniela hat uns am Empfang den Rücken freigehalten. Denn dieser Tag war rekordverdächtig: 27 Besucher brachten 20 Reparaturen mit, von denen 11 auf Anhieb gelangen. Soviel, wie noch nie mit so kleiner Mannschaft. Zum Ende unseres 4. Termins konnten wir insgesamt den 89. Besucher, die 65. Reparatur, davon 41 erfolgreich feiern. Der Besuch des Bürgermeisters sowie durch das Fernsehen (OTV) war hier nochmals eine besondere Wertschätzung, die mich vor allem für meine Mithelfer sehr freut, motiviert sie doch besonders. Der größte Lohn ist aber das glückliche Lachen unserer Besucher, wenn sie sich über das Gelernte und Selbst-Reparierte freuen. Dabei hat mir heute sowohl die schraubenzieherschwingende Damenwelt genauso gefallen, wie unser Azubi, der bereits zum dritten Mal dabei ist und langsam richtig Gefallen daran findet. Ich finde es schön, wenn mit dem Reparatur-Cafe Konventionen fallen dürfen und eine offene, gemeinschaftliche Stimmung entsteht. Zur Belohnung winkt dabei unser Wohlfühlort, das Cafe, welches ehrenamtliche Helfer des Familienzentrums betreiben. Dort stehen Getränke, selbstgebackene Kuchen und Kaffee bereit, um sich über das Erlebte auszutauschen und alte Bekannte wiederzutreffen – immer wieder ein schöner Anblick, der mich als zugezogenes Großtstadtkind immer wieder stolz auf „mein Kemnath“ macht – eine Stadt, in der ich gerne lebe.

Zum Schluss noch gerne ein paar Worte zum Selbstreparieren:

An erster Stelle steht der Schutz von Gesundheit und Sachwerten. Daran sollte jeder denken, der sich mit Werkzeug an seine Besitztümer wagt. Wer aber mit entsprechendem Respekt und Sachverstand an die Sache geht, erlebt, wie die meisten Dinge mit kleinem Aufwand, vor allem Pflege und Wartung, in Schuss und damit in Funktion erhalten werden können. Gutes Werkzeug, ein sauberer Arbeitsplatz und die notwendigen Reinigungs- und Schmierutensilien sind Pflicht.

Unser Hitliste:

  1. bei elektrischen Geräten sind es häufig Kontaktprobleme – Schmutz und mangelnde Schmierung von Hebeln verhindert sicheres Schalten. Kontaktspray meide ich wegen der säurehaltigen Substanz, die dann mittelfristig die Kontakte wieder angreift. Mit Bremsenreiniger und ggf. vorsichtigem Ölauftrag auf nicht leitende Teile werden gerade bewegliche Übertrager wieder fit für viele Schaltungen. Hände weg von 230Volt – das ist Sache des Fachmanns und solche Reparaturen erfordern dringend sowohl Originalersatzteile, als auch sicherheitstechnische Messverfahren.
  2. Unvorsichtiger Umgang mit Kabeln, das beliebte „um das Gerät wickeln“ belastet die Drähte, die Isolationen und die Zugentlastung – ein solcher Bruch ist bei oftmals verschweißten Kabeln nicht fachgerecht behebbar – das Umwickeln mit Isolierklebeband ist nicht ausreichend.
  3. Bereits bei den ersten Mucken des Geräts über eine Reparatur nachdenken, bevor weiterer Verschleiß oder gar ein Defekt auftritt.
  4. Mechanik dankt eine regelmäßige Schmierung mit den richtigen Mitteln: Silikonöle für Kunststoffflächen, Graphitfette für kalte Temperaturen und hochbelastete Teile, Caramba als leichtes Sprühöl für einfache Aufgaben und harzfreies Öl für Nähmaschinen und andere feinmechanische Geräte.

Hier bieten sich Reparatur-Cafes deswegen an, weil dort viele Werkzeuge zur unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung stehen – und ggf. die Tipps der Fachleute, die zumindest in unserer Gruppe entsprechende berufliche Erfahrungen haben. Mit dem Austausch steigt die Chance zum erfolgreichen Abschluss deutlich, weil Fehler vermieden werden können und rechtzeitig die Empfehlung, sich an eine Fachwerkstatt zu wenden ausgesprochen wird.

Links:

Bericht zum Start des Reparaturcafés: https://www.onetz.de/kemnath/vermischtes/im-familienzentrum-mittendrin-in-kemnath-startet-reparaturcaf-das-ist-doch-noch-gut-d1787997.html

Die Organisation hinter den Reparaturinitiativen: www.anstiftung.de – sehr liebenswerte und engagierte Menschen

Der Internetauftritt der Reparatur-Cafes: www.reparatur-initiativen.de

Die Stadt Kemnath: www.kemnath.de/

Das Familienzentrum Mittendrin, unsere Heimat: http://www.mittendrin-kemnath.de

 

 

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