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Challenge 28: Pflanze den Insekten was zum Futtern

In den Männergesichtern sprießen die Bärte und auch auf den Rasenstreifen ist kurzgeschoren sowas von OUT. Deshalb dreht sich bei der heutigen Challenge alles um gewollten Wildwuchs oder wie Insekten es nennen würden, das wahrscheinlich schönste Büffet der Welt.

Challenge 28: Pflanze Insektenfutter

Von Blümchen und Bienchen

Gartenarbeit ist ein bisschen so wie eine Beziehung zu führen. Nicht umsonst erklären wir die Liebe gerne mit Bienchen und Blümchen. 😉

Auf der Suche nach dem perfekten Insektenfutter gilt nämlich ebenso wie auf der Suche nach dem/r perfekten Partner/in: Es kommt auf die inneren Werte an! Denn leider passiert es immer wieder, dass ein Insekt von einer besonders prächtigen Blüte angelockt wird. Von der Schönheit geblendet, bemerkt es viel zu spät, dass hier leider kein Futter herauszubekommen ist. Schade, denn die Energie, die unser/e kleine/r Freund/in aufgewendet hat, um die Blenderblüte zu erreichen, wäre besser eingesetzt worden, um sich der eher unscheinbare Blüte nebenan zu näheren. Zweitere hätte auch das geboten, was das Insekt wirklich gebraucht hätte.

Wo man den/die perfekte/n Partner/in findet – online, in der Disco, beim Fußball spielen oder im Supermarktregal neben dem Zwieback – dafür hat jede/r ein ganz eigenes Rezept. Wer aber den Insekten ein wunderschönes Gourmet-Büffet pflanzen möchte, kann die folgenden Tipps beachten.

Leben ganz schön gefährlich – Insekten in Deutschland (Bildquelle BMU)

Insekten-Gourmet-Büffet – so wird’s gepflanzt

Schritt 1: Blühfläche wählen

Ob dauerhafte Umwandlung von Rasen- in Blühfläche oder kurzfristige und temporäre Zwischenbegrünung nach Neubau oder Umnutzung der Gartenfläche – für jeden Wunsch gibt es die passende Mischung. Also einfach ein Fleckchen auswählen – es darf zwar, aber muss nicht von Dauer sein.

Auch wenn du keinen Garten hast, kannst du auf deinem Balkon im Kübel oder Balkonkasten eine Snackbar eröffnen.

Schritt 2: Ansaatmischung wählen

Zunächst solltest du dich dafür entscheiden, ob du heimisches Futter auf den Insektentisch bringen möchtest oder auf – teils für uns optisch attraktivere – nicht heimische Pflanzen zurückgreifen möchtest.

Sowohl bei heimischen und nicht-heimischen Ansaatmischung wird nach einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Mischungen unterschieden. Fast alle Mischungen können übrigens hervorragend mit Zwiebelpflanzen kombiniert werden, was zusätzliche Blütenaspekte liefert und die Blütezeit verlängert.

  • Einjährige Mischungen bestehen aus Pflanzen, die einen einjährigen Entwicklungszyklus haben und im Spätherbst bzw. Winter vollständig absterben.
  • Zweijährige Mischungen enthalten Pflanzenarten, die einen einjährigen Entwicklungszyklus haben und Pflanzen, die einen zweijährigen Entwicklungszyklus haben
  • Mehrjährige Mischungen enthalten für die langfristige Entwicklung Staudensamen. Sie brauchen von der Keimung bis zur vollen Entwicklung längere Zeit als die ein- und zweijährigen Mischungen, bleiben aber bei gutem Auflaufen fünf bis zehn Jahre stabil.

Schritt 3: Vorbereiten der Ansaatfläche

„Die fachgerechte Vorbereitung der Ansaatfläche ist Grundstein für das Gelingen der Anlage“, deshalb zitiere ich hier den Experten: „Bei Rasenflächen sollte auf keinen Fall eine Zwischensaat in die Grasnarbe versucht werden. Die Grasnarbe wird daher entweder abgeschält (entfernen oder austrocknen lassen) oder untergefräst. Anschließend wird der Boden 5-10 cm tief gelockert und die Oberfläche eingeebnet. Auf stark unkrautbelasteten Flächen ist eine mehrmalige flache Bodenbearbeitung gegen auflaufende Samenunkräuter zu empfehlen (Schwarzbrache). Hartnäckige Wurzelunkräuter müssen mechanisch bekämpft werden, bei kleinen Flächen kommt ein Bodenaustausch in Betracht. Eine Düngung der Fläche ist unnötig.“

Schritt 4: Das Büffet wird angesät

Ein- und zweijährige Mischungen werden am besten Anfang Mai bis Ende Juni angesät. Mehrjährige Mischungen können bereits ab Februar ausgebracht werden, auf unkrautreichen Flächen empfiehlt sich jedoch die Herbstansaat im September. Um nicht zu viel auszusäen, ist es in der Praxis hilfreich das Saatgut mit Schrot, Sand, Sägemehl oder Vermicultite im Verhältnis 1:1 bis 1:10 zu mischen.

Schritt 5 : uuund Schnitt!

  • Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat kann ein Schröpfschnitt gegen schnell auflaufende Samenunkräuter sinnvoll sein.
  • Bei einjährigen Mischungen ist kein Rückschnitt erforderlich, bei einem vorzeitigen Abblühen kann jedoch ein Regenerationsschnitt im Juli zu neuer Blütenpracht führen.
  • Mehrjährige Mischungen auf mittleren bis fetten Standorten bekommen ein bis zwei Schnitte pro Jahr.
  • Bei Wildblumenmischungen auf mageren Standorten ist ein Winterschnitt alle ein bis zwei Jahre ausreichend.

Die wichtigsten Information aus dieser Challenge und noch mehr rund um Blühflächen im Garten, kannst du im Fachbeitrag im Landkreismagazin des Landkreises Fürth nachlesen: Blühflächen im Garten.

Und wie viel CO2 spart das jetzt?

Ohje…erwischt! Auf diese Frage kann ich heute leider so gar keine richtige Antwort geben. Fakt ist jedoch, dass dort, wo eine kurzgemähte Rasenfläche in eine Blühwiese umgewandelt wird eine ökologische Verbesserung klar erkennbar ist.

Da haben sich (jeweils) zwei Richtige gefunden! (Bildquelle BMU)

Jede Blühfläche bietet neuen Lebensraum für die heimischen Insekten und ander Tiere und Tierchen. Als Futterquelle sind Insekten unabdingbar, wobei hierzulande (noch) nicht als Delikatesse für Menschen. 😉

Du willst noch mehr wissen rund ums summen und brummen

Titelbild: Pixabay (bearbeitet)

Autorin: Tamara Moll

Ein Gedanke zu „Challenge 28: Pflanze den Insekten was zum Futtern“

  1. “ Auf stark unkrautbelasteten Flächen ist eine mehrmalige flache Bodenbearbeitung gegen auflaufende Samenunkräuter zu empfehlen“

    Von welchen Unkräutern bitte ist hier die Rede? Unkräuter sind Wildkräuter, die blühen und den heimischen Insekten die beste Nahrung liefern. Zudem sind viele dieser Kräuter eßbar: http://unkrautgourmet.blogspot.com/p/blog-page.html

    Erkennung der „Unkräuter“: https://unkraeuter.info/bestimmen/

    Die meisten Insekten sterben hierzulande übrigens an den Rändern der Flügel von Windkraftwerken. Dort landen sie, durch die Sogwirkung des erzeugten Unterdrucks gleich Kiloweise. Da das schlecht ist für die Energieerzeugung werden die Flügel immer mal wieder gereinigt: https://www.wissenschaft.de/technik-digitales/insekten-verursachen-leistungsverlust-in-windraedern/

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