Ernährung, Konsum, regional

Challenge 5: Ran an die Knolle

Wer kennt sie nicht, die Wurzeln und Knollen, die in der Gemüseauslage angeboten werden und deren Namen man oftmals gar nicht kennt? So richtig lecker sehen sie nicht aus, so dass meist doch das gewohnte Gemüse wie Pilze, Zucchini und Co. im Einkaufskorb landet. Deshalb lautet die Herausforderung bei der Challenge 5:

Challenge Tag 5: Probiere ein bisher ungekanntes, regionales und saisonales Gemüse aus.

Mehr Infos zur Challenge 5 

Ganz einfach den Gemüsehändler des Vertrauens besuchen und ein regionales Gemüse mitnehmen, das ihr bisher noch nicht probiert habt. Die ganz Mutigen wählen jenes aus, das sie am wenigsten anspricht. 🙂

Anschließend im Internet oder noch besser im Kochbuch der Großeltern nach einem geeignetem Rezept suchen und ein Essen zubereiten. Tipp: Freunde oder Nachbarn freuen sich bestimmt über eine zukünftige Einladung zum Testessen.

Wir sind gespannt, was ihr ausgewählt habt und wie es geschmeckt hat!

Saisonal und regional gewinnt

Saisonales Gemüse aus der Region muss zum einen nicht importiert und damit nicht weit transportiert und zum anderen nicht außerhalb der Saison mit großen Energieaufwand produziert bzw. frisch gehalten werden.

  • Je weiter der Transportweg ist, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Gemüse aus Übersee ist daher besonders negativ zu bewerten.
  • Entscheidend ist jedoch auch, ob der Anbau in einem beheizten Gewächshaus stattfindet. Denn der Gemüseanbau außerhalb der Saison (auch der regionale) erfolgt oft in beheizten Gewächshäusern, in der Regel unter hohem Einsatz von Energie.
  • Der Freilandanbau im (europäischen) Ausland wäre in diesem Fall klimafreundlicher, kann aber wiederum andere Umweltbelastungen (z.B. Senkung des Grundwasserspiegels in Spanien) bewirken.
  • Das Frischhalten und Einlagern von (regionalem) Gemüse ist mit hohem Energieverbrauch für die Kühlung verbunden. Ob eingelagertes regionales Gemüse eine bessere Klimabilanz hat als frische importierte Ware, wird unterschiedlich bewertet. Hier kommt es u.a. auch auf den eingesetzten Strommix für den Betrieb der Kühlhäuser an.

Beispiel Kopfsalat: CO2-Emissionen bei unterschiedlichen Anbauverfahren

Konventioneller Anbau unter Beachtung der CO2-Emissionen durch Produktion, Transport und Verpackung

  • regional und saisonal angebaut (temporär beheiztes Gewächshaus): 0,06-0,1 kg CO2-Äquivalente (Wochenmarkt bzw. Einzelhandel)
  • regional aber nicht saisonal (Winter): 0,5 kg CO2-Äquivalente
  • importiert (aus Spanien): 0,24 kg CO2-Äquivalente

Entscheidungsempfehlung für Konsumierende

🙂 🙂 🙂 Regionales und saisonales Gemüse aus dem Freiland oder unbeheizten Gewächshaus

🙂 🙂 Regionales Gemüse außerhalb der Saison, welches aus klimafreundlich beheizten (z.B mit Abwärme) Gewächshäusern stammt

:-/ Aus nahe gelegenen Ländern importiertes Gemüse außerhalb der Saison (z.B. Spanien, Italien)

🙁 Regionales Gemüse außerhalb der Saison aus konventionell beheizten Gewächshäusern

🙁 🙁 Aus Übersee importiertes Gemüse

Links zu weiterführenden Informationen

Bildquelle: Sabine Rüskamp

Autorin: Sabine Rüskamp


Impressionen der Teilnehmer*innen

Foto: Bernd Rothammel

3 Gedanken zu „Challenge 5: Ran an die Knolle“

  1. Ich habe Pastinaken ausprobiert. Dachte eigentlich, das sind Petersilienwurzeln…. Schmecken roh sehr gut, knackig und kräftiger Geschmack. Morgen werde ich sie gekocht versuchen.

  2. Da ich in der SOLAWI Erlangen Mitglied bin, bekomme ich ganz viel regionales und saisonales Biogemüse, von unserem Winterbauern Alfred Schaller aus Steudach. Weil ich da soviel unbekanntes Gemüse kennengelernt habe, habe ich das Buch „Beeten und Rüben“ gekauft, hier sind so leckere Rezepte drin, dass sogar meine Frau begeistert ist.
    Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Rote Beete, Speiserübe, Zuckerrübe, Kohlrübe, Schwarzer Rettich, um nur einige zu nennen:)
    lb Gr

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