Ernährung, Mobilität, Motivation

Als PfadfinderIn lebe ich einfach und umweltbewusst – Ja, aber wie eigentlich?

Als PfadfinderIn lebe ich einfach und umweltbewusst – vor über 100 Jahren von Baden Powell (dem Gründer der Pfadfinderbewegung) im Pfadfindergesetz niedergeschrieben, gilt dieser Satz auch heute noch als einer der Grundsätze der Pfadfinderinnen und Pfadfinder.  In den Versprechen, die die Kinder im Laufe ihrer Zeit bei den Pfadfindern ablegen, orientieren sie sich daher gerne am Grundsatz des Umweltschutzes: „Ich verspreche, die Umwelt zu schützen und keinen Müll in die Natur zu werfen“ oder „Ich verspreche, dass ich die Umwelt und die Tiere schütze“.

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Wie aber können wir dieses Pfadfindergesetz konkret in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen umsetzen? In den letzten Jahren war das Thema Umweltschutz für uns immer wichtig. Erst vor etwa einem Jahr konnten wir Bayreuther beispielsweise über einen Antrag durchsetzen, dass in unserer Diözese (eine übergeordnete Verbandsebene) ein Facharbeitskreis Ökologie gegründet wurde. In der täglichen Arbeit rückt das Thema Umweltschutz dann allerdings doch auch gerne mal in den Hintergrund. Die CO2-Fastenstaffel bietet jetzt die Gelegenheit, uns mal wieder verstärkt damit zu beschäftigen. Daher nehmen wir die Herausforderung gerne an.

Wir Leiterinnen und Leiter haben uns auf unserem alljährlichen Planungswochenende intensiv Gedanken darüber gemacht, was wir in der Fastenzeit konkret umsetzen können. Wir haben uns schließlich für zwei Säulen des CO2-Fastens entschieden: 1. Was können wir als Stamm tun? 2. Was kann jede/r von uns individuell tun. Letztere Frage durften und sollten alle für sich selbst beantworten und reflektieren. Die erste Frage beantworteten wir gemeinsam.

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In die Fastenzeit fallen dieses Jahr einige Aktionen und Fahrten. Auf der einen Seite werden wir in diesen 46 Tagen zwei Leiterrunden abhalten. Andererseits fahren alle fünf Gruppen auf eigene Wochenend-Hüttenlager. Alle Aktionen beinhalten die gleichen CO2-Einsparungspotenziale: Anfahrt, Müllvermeidung, Ernährung. Für die Leiterrunden ist uns die Entscheidung für einzelne Maßnahmen recht leicht gefallen: Veganes Essen mit Fokus auf regionale und saisonale Produkte mit wenig Verpackungsmüll (ja, wir beginnen die Planungstreffen traditionell mit selbstgekochtem Essen – für die Motivation und so 😉 ) und die Aufgabe, sich an die eigene Nase zu fassen, was die Anreise betrifft. Die Entscheidung fiel deshalb leicht, weil wir nur für uns selbst entschieden haben und nicht für die Kinder.

Bei den Maßnahmen für unsere Hüttenlager könnte die Umsetzung schon schwieriger werden. Auch hier entschieden wir uns für oben beschriebene Schwerpunkte. Thema 1: Die Anfahrt. Schon dieser Vorsatz stellt uns vor einige Herausforderungen: Wie können wir mit Gepäck Hütten erreichen, die nicht an das ÖPNV-Netz angeschlossen sind? Wie können wir eine Anfahrt mit möglichst wenig Autos gestalten, ohne dass die Kosten (beispielsweise für einen Bus) für ein solches Wochenende explodieren? Mal sehen, was wir bewerkstelligen können. Thema 2: Müllvermeidung. Schon vor einiger Zeit haben wir den ersten Schritt auf diesem Weg gemacht und uns einen Sodastream für den Gruppenraum angeschafft. So konnten wir zumindest die Plastikpfandflaschen aus unserem Gruppenraum verbannen. Für die Hüttenlager können wir nun versuchen, möglichst müllarm einzukaufen. Das wohl spannendste Thema 3: Ernährung. Satte Kinder sind glückliche Kinder! Aber wer schon einmal für 20 Kinder gekocht hat, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, immer alle glücklich zu machen. Unser Vorsatz für unsere Hüttenlager: Vegetarische, regionale und saisonale Ernährung. Unsere Herausforderung: „Ihh“, „bäh“, „ich mag kein Gemüse“ und „mir schmecken nur Bananen“.

Ein letztes wichtiges Anliegen bei der Planung war für uns die Informationsweitergabe. Wir werden alle Eltern und Kinder über unser Vorhaben und den Blog informieren. Außerdem hat sich jedes Leitungsteam dazu verpflichtet, mindestens eine Gruppenstunde in der Fastenzeit zum Thema Umweltschutz, Klimawandel oder CO2 zu organisieren.

Wir sind gespannt auf unsere Erfahrungen während der Fastenzeit und möchten euch für eure Vorhaben noch eines der schönsten Zitate unseres Gründers B.P. mit auf den Weg geben:

„Verlasst die Welt ein bisschen besser, als ihr sie vorgefunden habt!“

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P.S.: Die erste Fastenaktion haben wir schon hinter uns. Gleich am Donnerstag fand unsere alljährliche „Leiterfeier“ statt, bei der wir traditionell gemeinsam essen gehen. Diesmal gab es für alle vegetarisches Essen. Das war zum Glück dank der großen vegetarischen Auswahl im Gott’s nicht so schwierig wie angenommen!

Gut Pfad,

eure DPSG Heilig Kreuz Bayreuth

Hier könnt ihr mehr über uns erfahren: DPSG Bayreuth Homepage
Und hier findet ihr das komplette Pfadfindergesetz: Pfadfindergesetz

Bildrechte: Christina Fröba

7 Gedanken zu „Als PfadfinderIn lebe ich einfach und umweltbewusst – Ja, aber wie eigentlich?“

  1. Liebe Pfadfinder,
    ich finde es toll, dass Ihr Euch so sehr engagiert und bin schon gespannt auf Eure Lösungen für die Hüttenanfahrt! Lobend muss ich erwähnen, dass ich von einer Person in Eurer Gruppe weiß, dass sie sich am Samstag mit ihrer Freundin getroffen hat, besagte Freundin mit dem Zug gekommen ist und nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß abgeholt worden ist. Ihr macht’s den Erwachsenen vor, wie’s geht, toll!

  2. Liebe Christina,
    Ihr gebt ein phantastisches Beispiel für andere Jugendgruppen. Vielen Dank, dass ihr beim CO2 Fasten dabei seid und das Projekt so ernsthaft und gründlich angeht. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Spaß dabei. Und lasst euch von Norbert Heimbecks Klimarezepten – immer freitags auf diesem Blog – inspirieren.

    1. Hallo Markus,
      ich hab‘ gleich mal reingeschaut und habe das gebratene Gemüse auf Couscous entdeckt – ich bin gerade auf der Suche nach einem geeigneten Rezept für meine Bund-Naturschutz-Kollegen, die zum zweimonatlichen privaten Treffen diesmal zu mir kommen, da passt das Gericht perfekt: Fleischlos und für Milcheiweiß-„Allergiker“ absolut geeignet – ideal für morgen. Bin gespannt …

    2. Lieber Markus, liebe Pfadfinder*innen,
      das Gericht „Gemüse auf Couscous mit Pinienkernen“ hat den Test bestanden – hervorragend! Wie fast immer macht man kleine Abwandlungen, so habe ich den Couscous selbst mit etwas Zitronensaft und Olivenöl sowie Petersilie „verfeinert“. Das Gericht ist gut für Gäste geeignet, da der Couscous keine Arbeit macht und das Ofengemüse im Rohr gart, während man sonstige Vorbereitungen trifft. Meine Gäste haben für den „Feinschliff auch noch mit Hand angelegt. Und toll war, dass meine BN-Kollegin mit der Milchzuckerunverträglichkeit auf nichts verzichten musste, was auf den Tisch kam. Dazu gab es übrigens noch Feldsalat mit Äpfeln, Champignons und Walnusskernen sowie diverse Brotwaren und Hummus. Na, bekommt jemand schon Hunger? Ich habe noch Reste von gestern dabei … 🙂

      1. Liebe Susanne,

        es freut mich sehr zu hören, dass das Gericht gut geklappt hat. Gerne würde ich von den Resten probieren, dafür wäre allerdings die Anreise wohl etwas zu weit und somit wenig CO2-Fasten kompatibel 😉

  3. Liebe Frau Fröda, liebe Pfadfinder*innen,
    dass die Umwelt so im Zentrum der Pfadfinderbewegung steht, wird mir nun erst durch Ihren Bericht bewusst, aber natürlich passt es optimal zu den Aktivitäten der Pfadfinder*innen.
    Super, wie strategisch Ihr Euch Ziele gesetzt habt und die nun im Rahmen der anstehenden Aktionen umsetzen wollt.
    Ich bin auch sehr gespannt, welche Erfahrungen Ihr macht und finde das Zitat des Gründers der Bewegung ein gutes Motto für alle, die sich für Umwelt und Gesellschaft einsetzen.
    Dann viel Spaß und gutes Gelingen!

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