Abfallvermeidung, Allgemein, Konsum, Sonntagsjoker

Zeit statt Zeug – CO2 frei Freude schenken

Heute ist mein Geburtstag und ich würde gerne abends mit meinen Freunden anstoßen. Aber Nadine ist auf Geschäftsreise, Mark hat diese unglaublich wichtige Deadline am Donnerstag, Lisa kriegt unter der Woche keinen Babysitter und Daniel geht Mittwochabend immer zu seiner kürzlich verwitweten Mutter und ich? Ich merke mal wieder, was ich mir eigentlich am meisten wünsche… Zeit mit meinen Lieblingsmenschen.

Aus „kein Geld“ wird „keine Zeit“

Früher mussten wir erst unser Taschengeld und später die Einnahmen aus diversen Nebenjobs zusammenschmeißen, um dem jeweiligen Geburtstagskind gemeinsam ein hübsches Geschenk kaufen zu können. In den letzten Jahren fielen die Geschenke dann immer zahlreicher und üppiger aus – schließlich können wir uns das jetzt leisten – dafür wurden aus den gemeinsam verbrachten Tagen aber auch Stunden oder kurze Abstecher auf einen Kaffee.

Hilfe, ich lebe in einem Warenlager

Heute werde ich 31 und meine Schränke und Regale sind prall gefüllt mit liebevoll ausgesuchten Geschenken. Besonders üppig ausgestattet bin ich mit:

  • Ironischen Einhorn-Plüschtieren (die ich bekomme, weil ich mit 12 Einhorn-Fan war und sie jetzt wieder in und überall erhältlich sind)
  • Tassen mit witzigen Sprüchen (die ich irgendwann mit Schuldgefühlen in der Arbeit der Allgemeinheit zur Verfügung stelle, weil sie einfach nicht zu meinem schönen Geschirr-Set passen)
  • Tassen mit witzigen Einhornsprüchen (die ich nicht in die Arbeit mitnehme, weil naja…ich möchte doch gerne für meine Kompetenz und nicht für meine vermeintliche Vorliebe für glitzernde Fabelwesen wahrgenommen werden)
  • Aufwändige Deko-Sets (die ich quasi nie benutze, weil ich den Raum nicht verlassen kann, wenn da eine Kerze brennt)
  • Wunderschöne Schals (die ich nicht trage, weil ich seit ungefähr 10 Jahren immer nur meine gleichen drei Lieblingsschals trage)

Ich will mehr „Weißt du noch…?“s

Besonders schlecht ausgestattet bin ich dagegen mit schönen gemeinsamen Erinnerungen aus den letzten Jahren. Zugegebenermaßen liegt das auch mit an meiner fast 10-jährigen Franken-Abstinenz mit Wohnorten in den Niederlanden, Berlin und Oberbayern, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns trotz den 180 bis 560 km Entfernung mehr gesehen haben als jetzt seit ich wieder zurück bin. Was ich mir wirklich wünsche sind „Weißt du noch…?“s die weniger als 5 Jahre alt sind und genau deshalb habe ich dieses Jahr eine ganz besondere Wunschliste geschrieben. Sie heißt „make some memories with me“ (zu deutsch „schaffe Erinnerungen mit mir“) und darauf stehen jede Menge Aktivitäten, die man in meiner schönen neuen alten Heimat so unternehmen kann.

Carrera-Erlebnis statt Kerzen-Essemble

Für den heutigen Blogbeitrag haben meine Lieben mir extra schon verraten, was sie mir schenken werden. Lisa möchte mit mir in die Carrera-Welt. Das gefällt außer mir auch ihrer Tochter, die Autos aller Größen und Formen liebt. Daniel freut sich über den guten Anlass endlich die neu gestaltete Cadolzburg zu erleben. Von Mark gibt es Tickets für Charleys Tante von den Klosterhofspielen Langenzenn und Nadine möchte mit mir unseren gemeinsamen Feind „Höhenangst“ im Kletterwald Weiherhof überwinden. Und ich? Ich freu mich!!!

Und was hat das Ganze jetzt mit CO2 zu tun?

In diesem Blog geht es ja um CO2 und da kommt natürlich die Frage auf, was das Ganze jetzt mit Geschenken zu tun hat? Ganz einfach…die Produktion und der Transport der Einhorn-Schal-Deko-Plüsch-Tassen-Geschenke verursachen einen immensen CO2-Ausstoss. Obwohl es quasi keine Produkte oder Aktivitäten gibt, die nicht mit einem bestimmten CO2-Ausstoss verbunden sind, ist es doch eine ganz besondere Verschwendung, wenn dieses CO2 produziert wird für etwas, das nach 10 Minuten Freude die nächsten 10 Jahre in Schränken Platz wegnimmt. Grundsätzlich gilt natürlich auch je kürzer der Weg zu einer Aktivität, je klimafreundlicher dieser zurückgelegt wird und je weniger Strom und Hilfsmittel für die Aktivität vonnöten sind, desto besser ist deren CO2-Bilanz. An schönen Erinnerungen freut man sich zudem noch Jahre später und den einzigen Platz, den sie einnehmen ist vielleicht als Erinnerungsfoto an der Wand.

Ich jedenfalls habe mir fest vorgenommen mir nicht nur selbst gemeinsame Erinnerungen zu wünschen, sondern ab sofort auch selbst konsequent Zeit statt Zeug zu verschenken. Denn wer sagt schon bei einem Glas Wein „Weißt du noch damals, als ich dir dieses total ironische Einhornplüschtier geschenkt habe, was seither in deinem Schrank verstaubt?“

Zeit-Geschenk-Tipps

  1. Am besten verschenkt man die gemeinsame Zeit gleich mit einem konkreten Datum. So vermeidet man das Gutschein-Gefühl und kann das Geschenk auch zeitnah umsetzen.
  2. Freizeit-Geschenke-Tipps für den Landkreis Fürth finden sich in der Broschüre FreizeitAtlas LebensFroh oder der Erlebnis-App.
  3. Allgemeine Geschenk-Ideen gibt es auf der Website Zeit-statt-Zeug.

Ich schenke Zeit statt Zeug….und du?

Ein Gedanke zu „Zeit statt Zeug – CO2 frei Freude schenken“

  1. Früher hieß es einmal: „Zeit ist Geld“. Das hat sich, wie auch Sie so wunderbar beschrieben haben, in „Geld ist Zeit“ verwandelt. Immer mehr, immer größer, immer weiter. Aber wofür?
    Danke für diese super Zusammenfassung dieses Themas in Verbindung mit unserer Umwelt.
    Ganz liebe Grüße ☼

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