Ernährung, Konsum, regional

Challenge 4: Ran an die Knolle

Wer kennt sie nicht, die Wurzeln und Knollen, die in der Gemüseauslage angeboten werden und deren Namen man oftmals gar nicht kennt? So richtig lecker sehen sie nicht aus, so dass meist doch das gewohnte Gemüse wie Pilze, Zucchini und Co. im Einkaufskorb landet. Deshalb lautet die Herausforderung bei der Challenge 4:

Challenge Tag 4: Probiere ein bisher ungekanntes, regionales und saisonales Gemüse aus.

Mehr Infos zur Challenge 4 

Ganz einfach den Gemüsehändler des Vertrauens besuchen und ein regionales Gemüse mitnehmen, das ihr bisher noch nicht probiert habt. Die ganz Mutigen wählen jenes aus, das sie am wenigsten anspricht. 🙂

Anschließend im Internet oder noch besser im Kochbuch der Großeltern nach einem geeignetem Rezept suchen und ein Essen zubereiten. Tipp: Freunde oder Nachbarn freuen sich bestimmt über eine Einladung zum Testessen.

Wir sind gespannt, was ihr ausgewählt habt und wie es geschmeckt hat!

Saisonal und regional gewinnt

Saisonales Gemüse aus der Region muss zum einen nicht importiert und damit nicht weit transportiert und zum anderen nicht außerhalb der Saison mit großen Energieaufwand produziert bzw. frisch gehalten werden.

  • Je weiter der Transportweg ist, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Gemüse aus Übersee ist daher besonders negativ zu bewerten.
  • Entscheidend ist jedoch auch, ob der Anbau in einem beheizten Gewächshaus stattfindet. Denn der Gemüseanbau außerhalb der Saison (auch der regionale) erfolgt oft in beheizten Gewächshäusern, in der Regel unter hohem Einsatz von Energie.
  • Der Freilandanbau im (europäischen) Ausland wäre in diesem Fall klimafreundlicher, kann aber wiederum andere Umweltbelastungen (z.B. Senkung des Grundwasserspiegels in Spanien) bewirken.
  • Das Frischhalten und Einlagern von (regionalem) Gemüse ist mit hohem Energieverbrauch für die Kühlung verbunden. Ob eingelagertes regionales Gemüse eine bessere Klimabilanz hat als frische importierte Ware, wird unterschiedlich bewertet. Hier kommt es u.a. auch auf den eingesetzten Strommix für den Betrieb der Kühlhäuser an.

Beispiel Kopfsalat: CO2-Emissionen bei unterschiedlichen Anbauverfahren

Konventioneller Anbau unter Beachtung der CO2-Emissionen durch Produktion, Transport und Verpackung

  • regional und saisonal angebaut (temporär beheiztes Gewächshaus): 0,06-0,1 kg CO2-Äquivalente (Wochenmarkt bzw. Einzelhandel)
  • regional aber nicht saisonal (Winter): 0,5 kg CO2-Äquivalente
  • importiert (aus Spanien): 0,24 kg CO2-Äquivalente

Entscheidungsempfehlung für Konsumierende

🙂 🙂 🙂 Regionales und saisonales Gemüse aus dem Freiland oder unbeheizten Gewächshaus

🙂 🙂 Regionales Gemüse außerhalb der Saison, welches aus klimafreundlich beheizten (z.B mit Abwärme) Gewächshäusern stammt

:-/ Aus nahe gelegenen Ländern importiertes Gemüse außerhalb der Saison (z.B. Spanien, Italien)

🙁 Regionales Gemüse außerhalb der Saison aus konventionell beheizten Gewächshäusern

🙁 🙁 Aus Übersee importiertes Gemüse

Links zu weiterführenden Informationen

Bildquelle: Sabine Rüskamp

Autorin: Sabine Rüskamp


Impressionen der Teilnehmer*innen

Foto: Bernd Rothammel

18 Gedanken zu „Challenge 4: Ran an die Knolle“

  1. Ich habe folgendes am Wochenmarkt gekauft, was ich zumindest in diesen Farben bisher noch nicht gegessen hatte: geringelte Rote Beete, bunte Möhren, Topinambur, Pastinaken und schwarzer Sellerie. Der Sellerie musste als Hustensaft (gemischt mit braunem Kandiszucker) herhalten, den Rest gab’s gewürfelt und angebraten zusammen mit Kartoffeln (eingelagert, aus dem eigenen Garten) als „All-in-Rezept“, da wir keine Lust auf aufwendige Rezepte hatten. 😉 War lecker und sah durch das viele bunte Gemüse auch noch richtig gut aus! Kann ich nur weiterempfehlen.
    Außerdem gab es noch Winterpostelein-Salat (gut den kannte ich auch vorher schon..).

  2. ja, bei mir liegt er auf dem dachboden 🤗 immerhin weder eingefroren noch eingemacht …. relativ frisch also … und der helianthi wird immer bei bedarf geerntet

    1. Klingt gut, Kürbis gibt es bei mir allerdings nur noch eingelagert im Keller und nicht mehr frisch geerntet aus dem Garten.

  3. Samuel Flieger, Shanghai: Momentan haben die Bambussprossen in Shanghai Saison. Da ich hier im Studentenwohnheim leider keine Küche zur Verfügung habe kann ich die Bambussprossen nur in Restaurants mit regionaler Küche genießen.

  4. Hallo Waltraud, hallo Ele, habe zwar schon oft Schwarzwurzeln aus dem Glas gekocht, doch noch nicht frische. Heute auf dem Wochenmarkt habe ich frische gekauft, bitte gebt mir ein paar Tipps zum Verarbeiten, die muss ich ja erst schrubben nehm ich an….. Danke und Lg

    1. Hallo Ingrid,
      darf ich auch antworten ? 😉
      Frische Schwarzwurzeln gründlich schrubben, zum Schälen Handschuhe anziehen und die geschälten Wurzeln sofort in Zitronenwasser legen, damit sie sich nicht braun färben.
      Dann kannst sie nach Rezept weiter verarbeiten.
      Viel Spaß dabei wünscht
      Norbert

      1. Danke Norbert, wir haben vorhin gegessen, haben echt gut geschmeckt und war gar nicht so aufwendig, werde ich jetzt öfters frisch kochen, LG und klar darfst du antworten 🙂

        1. Hallo Ingrid,
          tut mir leid, tatgsüber komm ich nur selten zum surfen. Aber glücklicherweise hast Du ja von Norbert eine gute Antwort erhalten.

  5. Challenge Nr. 4 gemeistert mit Schwarzwurzel aus dem letzten Ernteanteil von Solawi.
    Wir leben schon seit 4 Jahren so. Dank Solidarischer Landwirtschaft müssen wir uns wöchentlich mit regionalem Gemüse der Saison auseinandersetzen. Und es schmeckt nicht nur köstlich, sondern es macht auch riesig Freude, immer wieder Neues auszuprobieren.
    Mehr unter: solawi-erlangen.de

  6. Hallo Waltraud,
    scheinbar bist du ja schon fit im regionalen Gemüsegarten, sehr gut. 🙂
    Klar darfst du auch das bereits vorhandene Gemüse verwenden. Aber vielleicht könnte deine Challenge für morgen dann ja darin bestehen, einigen deiner Nachbarn oder Freunde die beiden ggf. noch unbekannten Topinambur und Schwarzwurzel in Form eines leckeren gemeinsamen Gerichtes näher zu bringen? Die freuen sich bestimmt! 🙂

    1. Danke 🙂
      Stimmt, ich könnte dazu Freunde einladen, mal schauen wer morgen Zeit und Lust hat.
      Ich melde mich dann morgen Abend wieder 🙂

    2. So, das Essen war gelungen, auch wenn wir nur zu zweit waren. Aus den Schwarzwurzeln habe ich mit Kokosmilch ein Pürree gemacht und das mit dem Ingwer gewürzt. Den Topinambur habe ich in Scheiben kurz blanchiert, dann mit Hähnchenfiletstreifen zusammen im Backofen mit Rosmarin gebacken. Zum Schluss noch ein paar kleine, halbe, eingefrorene Tomaten drauf (die waren noch vom letzten Jahr). Als Dessert gab es dann noch einen kleinen Buchweizenpfannkuchen mit Apfel-Birnen-Kompott.
      Uns hat es geschmeckt 🙂

        1. Ich lebe in Mittelfranken zwischen Nürnberg und Würzburg.
          Wie weit ist das ca. von Dir entfernt?
          Dann schaun wir mal 🙂

          1. Nach Würzburg fahre ich von Kulmbach aus ca 1,5 h je nach Verkehrslage, vielleicht klappt ja ein kurzer Besuch mal, LG bin auch mitten am Linsen Puffer kochen!

  7. Hi

    Muss das unbedingt unbekanntes sein? Muss das unbedingt gekauftes sein?

    Ich kann bei dem Wetter wunderbar meine Tobinamur ausmachen. Dazu habe ich noch Schwarzwurzeln eingeschlagen und frischen Ingwer aus dem Blumentopf.

    Darf ich das auch benutzen?

    Vor allem halte ich es für sehr fraglich, dass ich noch etwas sehe, dass ich noch nicht kenne 🙂

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